Acht Uhr Läuten - Infotafel 10

Canis lupus – auf leisen Sohlen, Jäger und Gejagter

Der Name »Wolfsschlucht-Hütte«, erinnert noch heute an das Vorkommen von Wölfen in dieser Gegend. An der Verbindungsstraße
zwischen Esthal und Elmstein, am Ortsausgang von Schwabenbach finden sich Reste einer Wolfsgrube. Wolfsgruben waren ab dem frühen
Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert üblich. Bereits Karl der Große befahl 813 die Ernennung von Wolfsjägern, den sogenannten Luparii und das Anlegen von Wolfsgruben. Das Wissen um diese Jagdmethode ist heute nahezu in Vergessenheit geraten, obwohl sie in Deutschland
weit verbreitet war. Wolfsgruben waren 3,5 bis 4 m tief, bei einem Durchmesser von etwa 2,5 m. Sie waren mit Holzbrettern oder Bruchsteinen verschalt. Die Fallen wurden mit Ästen, Reisig und Laub abgedeckt und ein Köder befestigt. Teilweise wurden angespitzte Pfähle in der Grube verbaut, die gefangene Wölfe töten sollten.

Zur Verbreitung der Wölfe in Dorfnähe trugen häufig auch die Ablageplätze für Tierkadaver der Gemeinden, die sogenannten »Schindanger«
bei. Die Wölfe wurden durch den Geruch angelockt. Von der »Landplage für Mensch und Vieh« bis zur geschützten Spezies war es ein langer Weg. Die Intensive Bejagung führte dazu, dass Deutschland 1850 als wolfsfrei galt. Heute ist es der Wolf, der Schutz braucht.