Reinhard Winkler - Zugführer Kuckucksbähnel

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Erlebnis-TIPP

Das Kuckucksbähnel

Gereist wird in der Holzklasse bei etwa 20 bis 25 Stundenkilometern. Seit über 30 Jahren fährt die Museumsbahn Kuckucksbähnel vom Neustadter Hauptbahnhof, über Lambrecht, durch das Elmsteiner Tal. Das Einzigarte an der historischen Bahn ist die Zusammensetzung: „Die Wagen der Holzklasse stammen alle aus der baden-württembergischen Länderbahnzeit“, erklärt Reinhard Winkler, Zugführer im Kuckucksbähnel. Die Dampflok Speyerbach zieht das Gespann jeden Sonntag von Mai bis Ende Oktober. Die hügelige und kurvige Strecke als solches ist schon ein Erlebnis. Richtig spannend wird es, wenn man sich zwischen den Waggons an der frischen Luft zur Museumsschänke vorarbeitet. Wer die Fahrten mit Weinproben oder im Dezember mit Nikolaus buchen möchte, muss schnell sein, sonst fährt der Zug mit anderen Gästen ab.

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Reinhard Winkler - Zugführer Kuckucksbähnel

An Bahnhöfen herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Morgens mischen sich Schüler im besten Kicher-Teenagealter unter kaffeebecherhaltende Arbeitspendler. Rüstige Rentner-Wandergruppen versammeln sich für die Hüttentour und dazwischen sieht man ein paar gechillte Weltenbummler mit Backbacks und Leinenhosen, die das nächste Reiseziel ansteuern. 

Reinhard Winkler sitzt morgens beim Frühstück gerne auf seinem Gartenstuhl gegenüber des Neustadter Bahnhofs und beobachtet das Treiben. Umgeben ist er von blühenden Oleandern und historischen Eisenbahnwagons. „Welch ein Kleinod in der Großstadt“, schwärmt Winkler. Er könne stundenlang an den Gleisen sitzen, viele Lokführer kennen ihn inzwischen und winken freundlich zu.

Stunden werden es dann doch nicht, denn Reinhard Winkler hat viel zu tun. Seit etwa 25 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für das Neustadter Eisenbahnmuseum und den Museumszug Kuckucksbähnel. Das Museum ist direkt neben dem Hauptbahnhof in einem der ältesten Lokschuppen Europas untergebracht. Hier gibt es immer etwas zu tun. Sowohl am Gebäude als auch an den historischen Lokomotiven und Wagen aus der Länder-, Reichs- und Bundesbahnzeit wird geschraubt, gewartet, restauriert und konserviert. „Ich liebe es, zu konservieren und so den momentanen Charakter zu erhalten“, erklärt Winkler, während er auf „Die Pfalz“ mit so viel Bewunderung schaut, als würde er die pfälzische Schnellzugdampflok aus dem Jahr 1853 zum ersten Mal sehen.

Die Liebe zur Bahn hat den pensionierten Kaufmann und Ladenbauer in die Pfalz gebracht. „Bei der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) bin ich seit 48 Jahren aktiv. Fast wäre ich ein Gründungsmitglied gewesen, denn die DGEG feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.“ Zunächst half der gebürtige Westfale im Eisenbahnmuseum in Bochum mit, dann zog er in den Taunus und heiratete seine Frau. „Ohne Eisenbahn war aber nichts“, fügt Winkler hinzu. Er fand heraus, dass das nächste Eisenbahnmuseum, jenes in Neustadt an der Weinstraße, „nur“ 150 Kilometer weit weg ist und fing zunächst als Schaffner im Kuckucksbähnel an.

Heute ist Winkler ausgebildeter Zugführer und stellvertretender Museumsleiter. „Früher konnte ich es kaum glauben, dass Rentner keine Zeit haben sollen“, sagt er lachend. Seit seiner Pensionierung vor drei Jahren ist er fast jedes Wochenende in der Pfalz, oft mehrere Tage am Stück. Wie viele ehrenamtliche Helfer wohnt er in dieser Zeit im Museum, in dem er mit einer unglaublichen Hingabe jedes der Eisenbahnschätzchen ins Detail beschreiben kann. Die Großen versteht sich, denn Modelleisenbahn ist nicht so seins. 

Momentan arbeitet das Museum an einem neuen Ausstellungskonzept, bei dem es viele Aktivstationen geben soll. Ein Schmuckstück ist jetzt schon das in einem historischen Schnelltriebwagen, der Mutter der ICEs, untergebrachte Café. „Bei den historischen Zugfahrten geht es mit den Besucherzahlen aufwärts. Das ist auch das Ziel für das Museum“, erklärt der Eisenbahn-Liebhaber.

An der Pfalz hat er aber nicht nur die regionale Eisenbahngeschichte lieben gelernt, sondern vor allem den Menschenschlag. „Die Pfalz ist schon etwas Besonderes.“ In Neustadt schätzt er das internationale Flair und die vielen schönen Begegnungen, wie letztens mit den im 19. Jahrhundert-Stil verkleideten Fahrgästen des Kuckucksbähnels. „Der schönste Dank ist, wenn die Besucher mit einem Lächeln nach Hause gehen“, meint Winkler zufrieden. 

 
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