Anna Maria Angeli - Schauspielerin beim Theater im Hof

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Kultur-TIPP

Ältestes Haus Haßloch

Das Älteste Haus Haßlochs hat es der Amateur-Schauspielerin Anna Maria Angeli angetan. Dort entdeckte sie, welche Kulturvielfalt Haßloch zu bieten hat. In dem romantsichen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1599 ist das Stadtmuseum untergebracht. Die Sammlung zeigt vor allem das Pfälzer Landleben vom 17. bis 20. Jahrhundert mit vielen zeitgenössischen Exponaten. Der Eintritt ist frei. Zudem finden im Hof des ältesten Hauses regelmäßig Theaterauftritte oder Konzerte statt.

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Anna Maria Angeli - Schauspielerin Theater im Hof

Liebe auf den ersten Blick. Seien wir mal ehrlich: Wie oft kommt das vor? Meistens ist es, wenn überhaupt, ein zartes Verliebtsein. Vermutlich sogar eher nur einfaches Interesse. Liebe – das ist was, das erst wachsen muss. 26 Jahre hat Anna Maria Angeli bereits in der Pfalz gelebt, bevor sie im April 2017 in Haßloch das fand, wonach sie lange gesucht hat: ein wunderbares Kulturleben und das Gefühl, dazuzugehören. Jetzt hegt sie eine Bewunderung für das Theater und das älteste Haus der Stadt. 

Im Stadtanzeiger hat Angeli einen Bericht über das Theater im Hof in Haßloch gelesen. Dabei stand ein Aufruf, dass das Ensemble noch eine Laienschauspielerin mit Wiener Dialekt sucht. Schauspielerfahrung hat die Wahl-Pfälzerin und den Wiener Dialekt hat sie auch drauf. Die 73-Jährige fasste sich ein Herz und stellte sich beim Regisseur Tommy Schmidt vor und bekam die Rolle in der Posse „Einen Jux will er sich machen“ von Johann Nepomuk Nestroy.

Angeli spielt Frau Gertrud, die Wirtschafterin beim Gewürzkrämer Zangler. Ihr Höhepunkt des Stücks: Aus dem Dachfenster des Ältesten Hauses in Haßloch blickt sie auf das Publikum und singt ein Wiener Volkslied. „Das ganze Theaterstück hat in mir so viele Gefühle ausgelöst“, erzählt die Rentnerin.

Der Drei-Seiten-Hof erinnert die Donau-Schwäbin an die Häuser in ihrer Heimat, dem Balkan, aus der sie als kleines Mädchen mit ihrer Mutter vertrieben wurde und zunächst in Ungarn eine Zwischenstation einlegten. Bei Nestroys Stück denkt sie an die Zeit in Wien. An jenen Theaterabend im Untergrund als sie ihre Mutter bei einer Nestroy-Kömödie so herzhaft lachen gehört hat, wie selten davor und danach. Österreich war eine erste Heimat für Angeli, doch die Eltern, zog es nach Deutschland, „dorthin wo unsere Vorfahren herkamen“. Viele Jahre lebte sie an der Schweizer Grenze in Lörrach, unterstützte ihre inzwischen wiedervereinten Eltern und machte eine Lehre zur Textilkauffrau. Der Alltag und das Leben als Geflüchtete war hart und immer wieder kam die Frage „Du bist aber auch nicht von hier?“.

Als sie 1989 nach einer gescheiterten Ehe, einer zweiten Ausbildung zur Verwaltungsangestellten, nach viel sozialem Engagement für Frauenrechte auf Straßendemos und einer dritten Ausbildung zur Altenpflegerin schließlich der Liebe wegen nach Landau in der Pfalz zog, dachte sie, dass sie jetzt angekommen sei. Schon damals weckten die Pfälzer Dörfer Heimatgefühle. „Es waren viele Elsässer und Pfälzer, die vor 200 Jahren sich auf den sogenannten Schwabenzug machten, um das nach dem Türkenkrieg menschenleere Königreich Ungarn wieder zu besiedeln. Natürlich übernahmen sie die Bauweise aus ihrer Heimat. Giebel, Tor, Giebel“, erklärt Angeli. Die Kämpfernatur machte mit über 50 Jahren noch Fernstudium zur Gesundheitspädagogin und fasste auch beruflich Fuß in der Pfalz. Doch noch immer begleitet sie der Satz „Sie sind aber auch nicht von hier, oder?“.

Doch das ist sie, Sie ist dort gelandet, wo ihre Vorfahren gelebt haben. Ihr Weg durch drei Länder hat die toughe Frau geprägt und die mittlerweile Wahl-Neustadterin würde sich immer noch nicht als Pfälzerin per se bezeichnen. Das Theater im Hof in Haßloch ist aber dennoch wie eine Heimat für sie, der Umgang mit den jungen Leuten dort befruchtend. „Das Ensemble ist eine schöne Fügung und ein kulturelles Geschenk.“ Uffbasse, wie auf einem Aufkleber auf ihrem Auto groß zu lesen ist, vielleicht wird sogar noch Liebe daraus. 

 
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